Chronik

 Storjohann

vom Fuhrbetrieb zum Busunternehmen

Der Betrieb eines Fuhrgewerbes der Familie Storjohann ist bis ins Jahr 1840 zurückzuverfolgen. Der Vorfahr der jetzigen Besitzer hieß Jasper Storjohann und ging nach Schilderungen im Buch "Maren" von Johann Hinrich Fehrs, ein Dörpsroman ut de Tiet vun 1848/51,zu Fuß von Kellinghusen nach Heide, auf dem Rücken eine Butterkiepe, um dort die Erträge aus der Landwirtschaft zu verkaufen, Im Laufe der Jahre schaffte er sich ein kleines Wägelchen an, das von einem Hund gezogen wurde. Nach der für die ganze Region bedeutenden Eröffnung der Christian-III.-Ostseebahn im Jahr 1844 von Altona nach Kiel konnte Ware von Wrist angeliefert werden; aber erst 1889 bekam Kellinghusen einen eigenen Bahnhof, und die Strecke Wrist - Itzehoe wurde eröffnet. Zu dieser Zeit betrieb Jaspers Sohn, Markus Storjohann, das Fuhrgewerbe. Er übernahm das bahnamtliche Rollfuhrwesen  und brachte  es zu 10 Pferdegespannen, die auch der eigenen Landwirtschaft dienten. Am 1.April 1870 ist die Existenz des Gewerbes amtlich in der Gewerberolle der Stadt Kellinghusen erfasst.
 

Nach dem 1. Weltkrieg kam 1920 Markus Sohn, Wilhelm Storjohann, aus der Gefangenschaft nach Haus. Er heiratet seine Braut Elly, geb. Schümann, und begann in dem   Nebenhaus Hauptstr.57 wieder neu. Die beiden schafften sich einen Einspänner-Rollwagen mit dem Pferd "Peter" an. Später musste der alte Rollwagen weichen, und es wurde ein Schmuckstück erworben: Ein Rollwagen von grüner Farbe mit roten Rädern und sogar einer Plane. Der Kaufpreis von damals  RM 1500,-- hat der jungen Frau viel Sorge bereitet, aber das das Geschäft florierte gut, und zum Bestand kamen wertere Kastenwagen dazu. So konnten die Waren in 3 Tagen nach Hamburg transportiert werden. In Bahrenfeld wurde ausgespannt und übernachtet. Aber die Zeit forderte Erneuerungen: 1927 erwarb man einen Vollgummi-Lastwagen mit Kettenantrieb. Dieser in Wrist von einem Zug erfasst und vollkommen zerstört. Danach war es ein Hansa-Lloyd LKW, und kurze Zeit Später ergänzte ein zweiter Lastwagen den Betrieb., um die Nah- und Fernverkehrskonzessionen besser auszunutzen.

 

Als 1939 der Krieg ausbrach, wurde Wilhelm mit seinem Wagen dienstverpflichtet, und Frau Elly führte mit ihrem Sohn Markus das Geschäft allein weiter. 1937 hatten sie das angrenzende Grundstück der ehemaligen Mangelfabrik in der Neuen Straße gekauft, und das Stammhaus in der Hauptstraße 55 wurde zurückerworben. Von da an wurden auch Personen, hauptsächlich auch von Sportvereinen befördert, und zwar per LKW auf Bänken. Diese Art der Beförderung wurde jedoch verboten, und es wurde 1948 der erste Bus angeschafft. im selben Jahr heiratet der Sohn Walter Markus seine Frau Gisela, geb. Küsel. Durch die Krankheit des Seniorchefs Wilhelm wurden Elly und Walter Inhaber der Firma Storjohann & Sohn oHG. Elly kümmerte sich laut eigenen Aussagen um die Finanzen des Geschäfts und Walter fand als Busfahrer durch seine aufgeschlossene Art seine Stammgäste, unterstützt von seiner Frau Gisela, die die Büroarbeiten erledigte: Fahrpläne erstellen, Ausflugsfahrten ausschreiben, Löhne abrechnen usw. Im Laufe der Jahre wurden 7 Busse angeschafft und - Ende der 50er Jahre

 

ein Schülerfahrdienst von den nach und nach aufgelösten Dorfschulen zu den Stadtschulen eingerichtet. Nebenbei liefen noch 2 Fernzuge und 2 Nahverkehrslastwagen, die jedoch aufgegeben wurden. 1962 wurden die ersten Schulverbände gegründet, und die Firma Storjohann bediente nun im Auftrag dieser Schulverbände die Schulen in Kellinghusen, Bad Bramstedt, Brokstedt und Großenaspe.

1978 wurde der Betrieb aus der Hauptstraße in die Overndorfer Straße ausgesiedelt, nachdem die Stadt Kellinghusen die Grundstücke Hauptstraße 55 + 57 und Neue Straße 14 aufgekauft hatte.

Heute kann das Unternehmen, das 1990 in eine GmbH und Co. KG: ungewandelt wurde, auf 20 Busse stolz sein. Damals zog sich Gisela aus dem Geschäft zurück und Töchter der beiden, Gabriele Ahnfeldt, geb. Storjohann, und Marianne Storjohann, die nach ihrer Heirat den alteingesessenen Namen beibehielt, traten mit in das Geschäft ein.